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Reihe: „Ressourcen erzeugen n.d. Bonner Ressourcen Modell“

Ressourcenerzeugende Veränderungsarbeit/Beratung/Therapie  Das Bonner Ressourcen Modell 

Seit 2004 bietet das AML Institut Systeme jährlich diesen Weiterbldungsgang an

Inhaltsüberblick der Weiterbildung als PDF-Datei zum downloaden

Das Curriculum „Das Bonner Ressourcen Modell – Ressourcenerzeugende Beratung und Veränderungsarbeit“ besteht aus sechs Seminarmodulen. Seit 2004 vermittelt es jährlich die Konzeption des Bonner Ressourcen Modells. Es fasst kompakt die Essentials für eine konstruktivistische, Ressourcen erzeugende Beratung und Veränderungsarbeit zusammen. Das Bonner Ressourcen Modell besteht aus 3 spezifischen Arbeitsebenen: Da ist einmal die Prozess-Arbeit, die gebildet wird aus einer ausrichtenden Prozessführung. Dann besteht eine diese individuell anreichernde Schleifen-Arbeit. Und eine dritten Arbeitsebene ist eine die Gesamtsituation und das Beratungssystem monitorierende systemische Meta-Arbeit.

Das Bonner Ressourcen Modell geht hypnosystemisch vor und speist sich aus den drei Quellen von Systemischem, Lösungsorientierten und Ericksonschen Verfahren. Es hat damit die gleiche konstruktivistische Veränderungsphilosophie und das davon abgeleitete Vorgehen zur gemeinsamen Grundlage. Gegenseitig und kombiniert verstärken sich diese drei Richtungen hinsichtlich der Ressourcenhebung, der Aktivierung günstiger Selbstorganisation und der Erzeugung neuer Wirklichkeitsorganisation bei den KlientInnen und ihren BeraterInnen. Sie erzeugt  Aufmerksamkeits- und Bewusstseinszustände, in denen vorhandene Ressourcen verfügbar werden und neue entstehen. Das ist für die Klienten direkt in der Beratung spürbar und wird dort aktiv in Erfahrung gebracht. Bewirkt wird das durch eine individuell bezogene als auch individuell öffnende Kommunikation bei angemessen systemisch-kontextueller Betrachtung. Was bei psychologischer Veränderungsarbeit zentral wirkt, ist die Erweiterung der Beobachter-Wirklichkeit erster Ordnung (Fakten) hin zu einer Wirklichkeit zweiter Ordnung (Bedeutungsebene) mit vorhandener Perspektivenvielfalt und Wahloptionen. Dazu tragen konstruktivistische Haltung und Philosophie prinzipiell bei.

Modul 1 und Modul 2 sind die ersten Seminare der Reihe, bei denen die Begriffe rund um psychologische Veränderungsarbeit reflektiert werden: Wie entstehen Probleme? Wie werden sie gelöst? Veränderung bleibt bei all dem ein Geheimnis, da sie komplex geschieht. Wie helfen wir dabei professionell? Dazu gibt es viele Fachantworten mit jeweils ihren Implikationen. Professionelle Veränderung hat das zu reflektieren. Viele praktische Hinweise und Übungen führen das vor.

Im Modul 3, 4, 5 werden dann die speziellen 3 konstruktivistischen Verfahren in ihren Essentials vorgestellt mit ihren abgeleiteten Interventionen.

Modul 6 führt in berufliche Anwendungsbereiche, Kontexte, gezielte Situationen. Die Module können auch einzeln gebucht werden.

Überblick Seminarthemen

Modul 1: Das Konzept der Ressourcen- Erzeugung: Problementstehung und Problembehebung anders sehen und angehen

Grundlagen einer professionellen Beratungshaltung, Beratungsrolle und abgeleiteter Interventionen:


• Begriffe rund um Beratung, Veränderungsarbeit und ihre konstruktivistische Reflexion

• Beratung als Oberbegriff für Veränderungsarbeit auch im Coaching und in Klinik und Psychotherapie.

• Konzepte zur Entstehung und Veränderung von Störungen bzw. von als veränderungsbedeutsam eingestuften Situationen

• die einer Datensammlung zugrunde liegenden Hypothesen • Die Kunst, Selbstorganisation anzustoßen und zu erweitern

• Konzepte der Salutogenese und Erzeugung von vorhandenen und sich in Beratung entwickelnde Ressourcen

• Kohärente und Iatrogene Effekte durch Beratung, Umsetzung von Beratungsmodellen und Kontexte

• Inhaltsbezogene Arbeit und prozessbezogenes inhaltsfreies Anstoßen

• Herstellen eines günstigen Veränderungsrahmens

• Hilfreiche Gesprächsführungselemente und ihre Ausrichtungen

• Nutzen von sprachlicher, nichtsprachlicher, direkter, indirekter Kommunikation

• Praktische Umsetzung der bisherigen Wirkfaktorenforschung zur Veränderung

• Vom Fachexperten zum Prozessbegleiter

Modul 2: Das Bonner Ressourcenmodell: Was ändert sich, wenn ich hypnosystemische Prinzipien zugrunde lege? Verfahren und ihre Veränderungshypothesen

Hypnosystemische Kommunikation verändert die Beratungs- und Therapiewelt. Es geht um die Implikationen von Vorgehen. Die Theorie der Selbstorganisation für Veränderungsprozesse ist zu beachten.

• Prozesse, die durch Prozessarbeit, Schleifenarbeit, Metaarbeit im Bonner Ressourcen Modell erzeugt werden. Prozesse zwischen Komplexitätsermöglichung und -reduktion (erweiternde Kreativität, zielvisionsorientierte Struktursetzung)

• Gestaltung des Sitzungsverlaufs und des Gesamtverlaufs. Wichtige Interventionen, um Menschen andere Möglichkeiten erfahrbar zu machen. Der Berater/Therapeut mit starker Rolle auf der Rahmungsebenen als Begleiter, Zeuge, Mitgestalter, Hervorbringer – Der Klient als erstarkter eigener Gestalter.

• Wie geht Veränderung in der psychologischen Beratung – Etappen des Prozesses in Sitzung und Verlauf.

• Kontaktaufbau, Klärungen von Ziel, Auftrag, Vorgehen z.B. in Tempo, Zuversicht, Motivation, Ambivalenzen, der relevanten Faktoren u. Mitmenschen, Umgehen mit auftretenden Ereignissen usw.

• Die starke Relevanz der wiederkehrenden Zielklärung/Auftragsklärung /Kontextklärung/Systemklärung zur Prozessgestaltung

• Prozessinstruktionen als Interventionen der Prozessarbeit und ihre ständige Evaluation

• Interventionen der Schleifenarbeit und das Auslösen innerer Suchprozesse

• Unterschied zu anderen Vorgehensweisen in Kontakt- und Beziehungsgestaltung

Modul 3 : Systemisch - Konstruktivistisches Denken: Abgeleitete Beratungshaltung und Beratungspraxis

Mit diesem Seminar beginnt die Einführung der drei Richtungen des Vorgehens: Systemische, Ericksonsche und Lösungsorientierte Richtungen. Alle drei teilen denselben Hintergrund der Selbstorganisationtheorie, wählen aber ein unterschiedliches Herangehen. Sie sind daher miteinander kombinierbar und ergänzen sich gegenseitig optimal. Systemisches Denken erweitert den Fokus vom Intrapsychischen hin zu vernetzten kontextbezogenen Bezügen. Die Komplexität einer Situation wird zur Lösung genutzt durch erweiternde Zugangsmöglichkeiten und Perspektiven. Folgende Themen sind Gegenstände des Seminars:

•Kybernetik 1ter Ordnung kausale Zirkularität

•Kybernetik 2ter Ordnung konstruktivistische Wirklichkeitserschaffung-Vom Input zur Prozessinstruktion, vom Wissen um die Ursache zum Erzeugen von Gestaltungskraft•Kommunikation in Kontextabhängigkeitenund Systemen

•Meta-Intervention: ystemisches Fragen/ Erkunden.

•Meta-Intervention: Aufgaben als Impulsgeber für neue Selbstorganisation

•Meta-Intervention: Systemische Zwischen- und Schlussinterventionen

• Meta-Intervention: Analoge Darstellungen und Skulpturen, Rituale

•Arbeit mit inneren und äußeren Teilsystemen

•Systemische Setting: Reflecting Teams, Paar-Familiengespräche, Teams

•Was macht Hypnosystemisches aus?

•Spezielle besondere Situationen z. B.: bei „geschickten“ Klienten, mehreren Auftraggebern, unterschiedlichen, vermischten Aufträgen, „schwierige“ Klienten

Modul 4: Ericksonsches Denken: Abgeleitete Beratungshaltung und Beratungspraxis

Milton Erickson gilt als Vater der Ressourcen-Einführung in die Psychotherapie und Veränderungsarbeit. Er arbeitete mit Bewusstseinszuständen und Zukunft und bezog Sprache und Kommunikation auf mehreren Ebenen ein. Das Seminar zeigt seine unkonventionelle Herangehensweise, Probleme in Fähigkeiten und Ressourcen zu verwandeln.

Die Interventionen sind besonders geeignet, innere fokussierte Suchprozesse auszulösen und Erfahrungswissen zur Lösung kreativ einzubeziehen. Suggestionen in Alltags- u. Beratungskommunikation, Implikationen von Sprache und Fokussetzung über Sprache und Kommunikation werden aufgezeigt. Ebenso wird eingeführt in nichtsprachliche, analoge, indirekter und direkte Kommunikation und ihre Verwendung in der Konversationstrance. Es geht um Auflösung von Problemtrance und Einrichten von Ressourcentrance.

Es geht um die Organisation von erlebter Wirklichkeit durch ihre Distraktion, Fragmentierung und Reorientierung. Berater nutzen eine mehrebige Vorgehensweise. Sie erlernen das Utilisationsprinzip als konstruktivistische Kunst. Bei der Änderung unseres Wirklichkeitsbezugs hilft u.a. die ericksonsche Arbeit mit Vorstellungen, mit der Progression, in unterschiedlichen „Zeiten“ und Zuständen, mit Metaphern. Interne Implikationen und die Glaubensätze der Klienten sind zu erweitern. Besondere Bedeutung liegt auf der Erfahrung einer mentalen selbsthypnotischen Arbeit an eigenem Ziel. Die Veranstaltung vermittelt Ericksonsche Interventionen, Aufgabenstellung, viele Beispiele und Selbsterfahrung. Sie vermittelt die hypnosystemische Klammer.

Modul 5: De Shazersches Denken: Abgeleitete Beratungshaltung und Beratungspraxis

Die minimalste und konsequenteste Umsetzung einer Prozessführung mit Ressourcen- und Zukunftsausrichtung entwickelte De Shazer. Dieses Seminar zeigt anschaulich, wie diese Interventionen als starke Prozessinterventionen wirken. Inhalte des Seminars sind:

• Sprung vom mentalen Problemraum in den mentalen Lösungsraum

Lösungsorientierte Fokussetzung in Sprache und Kommunikation

• Meta-Interventionen der Zielvisions- und Auftragsklärung

• Meta-Interventionen der Lösungsorientierte Prozessinstruktionen als Anregung zur Erweiterung im Veränderungsprozess

• Meta-Interventionen der Wunderfrage als Intervention, ihre vielfältigen Implikationen und Anwendungen

• Meta-Interventionen der Skalierung als Konkretisierung innerer Erfahrung und deren digitale Vermittlung und Verankerung

• Meta-Interventionen der Ausnahmen

• Strukturierte Prozessführung, Herstellen iterativer Feedbackschleifen der Prozessführung

• Lösungsorientiertes Erkunden und Frage- Interventionen

• Verbinden dieser Prozess-Kommunikation mit guter Beziehungsankopplung und Rapport

• Umgang mit speziellen Veränderungshindernissen

• De Shazer und systemische und erickonsche Verstärkungen

Modul 6: Ressourcenerzeugung in unterschiedlichen Praxisfeldern

Dieses Seminar dient dazu, die Praxis und Kontexte der TeilnehmerInnen genauer im Hinblick auf das Gelernte zu beleuchten, erste Projekte vorzustellen sowie praktische Beispiele aus der Anwendung im eigenen Arbeitsfeld aufzuzeigen. Kontext-, Feld- und Prozesskompetenzen, übergreifende Unterschiede und Ähnlichkeiten der Kontexte werden thematisiert sowie schwierige Situationen im Beratungssetting, Kontextbedingungen, Dreiecksverträge, Klienten-, Mitberater-Netze behandelt. Besondere Beachtung finden die hohen kommunikativen Anforderungen von Berufskontexten wie die von LehrerInnen, PfarrerInnen, BeraterInnen, TrainerInnen, Führungskräften sowie von Arbeitskontexten wie u.a. der Beratung von Arbeitslosen, Existenzgründern, Krisenintervention, Lebensberatung, Rehabilitation, Psychotherapie, Coaching von Selbständigen und Freiberuflern und interner Beratung in Organisationen. Spezielle Fragestellungen und deren Prozessbegleitung werden anhand von Fällen, Demos und Supervision vermittelt. Die Themen Selbstmanagement, Psychohygiene, Coaching von Start-ups oder Coach the Coach runden die Themenvielfalt des Seminars ab.

Das Curriculum kann als Baustein zur Zertifizierung zum Systemischen Coach DGSF anerkannt werden.

Literatur

Bamberger, G. G. (2001). Lösungsorientierte Beratung: Praxishandbuch (2., völlig neu bearb. Aufl.). Weinheim: Beltz PVU
Lang, A. M. (Hrsg.) (2013). Ressourcen erzeugen im Wirtschaftskontext. Berlin: Deutscher Psychologen Verlag GmbH
Lieb, H. (2009) So hab ich das noch nie gesehen. Heidelberg: Carl Auer Verlag
Watzlawick, P., Nardone, G. (Hrsg.). (2001). Kurzzeittherapie und Wirklichkeit: Eine Einführung. München: Piper
Zeitschrift: LO. Lernende Organisation. Zeitschrift für systemisches Management und Organisation. Verlag Systemisches Management
Weitere Literaturangaben in den jeweiligen Seminaren

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