{"id":918,"date":"2018-10-23T15:37:37","date_gmt":"2018-10-23T13:37:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.institut-systeme.de\/html?page_id=918"},"modified":"2023-03-07T12:19:06","modified_gmt":"2023-03-07T11:19:06","slug":"bonner-ressourcenmodell","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.institut-systeme.de\/html\/aml-institute\/bonner-ressourcenmodell\/","title":{"rendered":"Bonner Ressourcen Modell  &#8211;  Anne M. Lang"},"content":{"rendered":"<p><strong><u>Wie es entstand:<br \/>\n<\/u><\/strong><strong>Dieses Modell<\/strong> entwickelte sich seit 2003 fortlaufend in der Lehre der von mir entwickelten und zun\u00e4chst zusammen mit der Deutschen Psychologen Akademie (DPA) organisierten Weiterbildung \u201eRessourcen erzeugende Ver\u00e4nderungsarbeit\/Beratung\u201c. Sie entwickelte sich auf\u00a0 dem Fundament der beiden AML Institute, von denen eines von der wissenschaftlichen systemischen Fachgesellschaft DGSF und eines von der wissenschaftlichen Fachgesellschaft MEG zertifiziert sind. Beide Institute bieten seit 1999 Weiterbildungen an.<br \/>\n<strong>Die Weiterbildung<\/strong> einer Ressourcen erzeugenden Ver\u00e4nderungsarbeit entstand unmittelbar aus einer seit 1985 sich konstruktivistisch verstehenden Berufspraxis.<br \/>\nSie gr\u00fcndet auf\u00a0 3 Vorgehensstr\u00e4ngen oder Arbeits-Dimensionen:<\/p>\n<ul>\n<li>der Systemik 2. Ordnung,<\/li>\n<li>des hypnotherapeutischen Vorgehen von Milton Erickson und<\/li>\n<li>des l\u00f6sungs-prozessfokussierenden Vorgehen von de Shazers,<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Das Bonner Ressourcen Modell<\/strong> entwickelte sich parallel zur Lehre und Praxis. Es entwickelte sich im Austausch mit den vielen Berufskollegen der Weiterbildung und der Herausforderung der Didaktik einer Lehre derselben. Das Modell war die Antwort auf die Erfahrungen in den beiden &#8220;Richtlinienverfahren VT und TP&#8221;, die nach dem Psychotherapeuten- Gesetz die Pathologie pointierten.\u00a0 Ebenfalls war sie fundiert in der Gespr\u00e4chspsychotherapie nach C. Rogers, der ohne Diagnosen und mit der inneren Welt der Klienten arbeitete statt mit\u00a0 fachlichen &#8220;Behandlungs&#8221;- Fremdeinordnungen.<br \/>\n&#8220;Statt Be-Handlung &#8211; Anregen\/Evozieren zur individuellen Entwicklung und Rahmen vom Entwicklungsprozess&#8221;<br \/>\n&#8220;Raus aus der Pathologiefalle&#8221;<\/p>\n<p><strong>Mit dem Buch: \u201eKonstruktivistische Psychotherapie -Prozess-hypo-systemisch- das Bonner Ressourcen Modell\u201c wurde es im M\u00e4rz 2022 bei Elsevier ver\u00f6ffentlicht.<\/strong><\/p>\n<p><strong><u>Was es beinhaltet:<br \/>\n<\/u><\/strong><strong>Das Modell<\/strong> <strong>kombiniert die 3 konstruktivistischen Denk- und Vorgehensweisen einer systemischen, einer ericksonschen-hypnotherapeutischen und einer l\u00f6sungsfokussierenden Arbeit nach de Shazer.<\/strong> Speziell diese Verfahren teilen den konstruktivistischen Hintergrund. Dieser geht davon aus, dass wir die noch so als fest erlebte komplexe Wirklichkeit, die uns im Leben begegnet, mit unseren M\u00f6glichkeiten mehr beeinflussen k\u00f6nnen als es statische Betrachtung, Einordnung, Behandlung annimmt. Es ist eine Gegenantwort auf die pathologieorientierte Arbeit mit psychischen Krankheitsdiagnosen, auf eine zu sehr von Biographie determinierten Arbeit und auf eine von der Richtlinie zu sehr gepr\u00e4gten Psychotherapieaus\u00fcbung, die Entwicklungspotentiale implizit unterdr\u00fcckt. Es ist eine zeitgem\u00e4\u00dfe psychologische und systemische Antwort, die die schon vorhandenen wissenschaftlichen Verfahren ernst nimmt, und eine Psychologie, die wieder mehr Prozessentwicklung und Resilienz unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p><strong><u>Das Bonner Ressourcen Modell mit seinen 3 prozessbegleitenden Dimensionen oder Arbeitsebenen.<\/u><\/strong><u><\/u><\/p>\n<p><strong>1. Die Prozessausrichtung:<\/strong> <strong>Diese wird vor allem von De Shazers Interventionen einer konsequenten Ausrichtung des Prozessweges gest\u00e4rkt.<\/strong> Auch hier sind Ziel- und Auftragskl\u00e4rung, die wir im Systemischen als Hauptinterventionen kennen und die immer wieder neu im Prozess die Richtung ausrichten, pr\u00e4gend. Hierhin geh\u00f6ren u.a. die Konkretisierung, die aktuelle Prozessbetrachtung, das Einbeziehen der au\u00dfertherapeutischen Events, die Skalierung des Weges, der St\u00e4rkung der Zusatzfaktoren f\u00fcr Entwicklung wie \u00a0Motivation und Zuversicht.<\/p>\n<p><strong>2. Die individuelle Schleifenarbeit:<\/strong> Diese Dimension macht die Entwicklung zu einer individuellen, die gepr\u00e4gt wird von den eigenen Ressourcen und heraus geforderten Selbstbestimmung des Klienten. Vor allem ericksonsche, menschenfreundliche innovative Kreativit\u00e4t, ein personales, das Leben mit noch so schwierigen Vorkommnissen normalisierendes Vorgehen sind hier im Fokus. Sein Ressourcenblick\u00a0 mit der impliziten Unterstellung derselben f\u00fcr jede Person, das Herausarbeiten der individuellen Besonderheiten \u2013 oder besser: dass der Klient veranlasst wird, seine Besonderheit einzusetzen \u2013 und die ericksonsche Utilisation sind starke suggestive Angebote. Wie die Interaktion zwischen Therapeut\/Coach und Patient\/Klient genutzt wird, wie flexibel bezogen der Therapeut\/Coach lernen kann auf jeden Klienten zu reagieren, zeigt diese Arbeitsdimension mit ihren vielf\u00e4ltigen Vorgehensweisen. Analoge Arbeit mit Bildern, Metaphern, Geschichten, die Arbeit mit den hypnotischen Sprachformen, Suggestionen, Glaubensannahmen, Teilearbeit geh\u00f6ren in diese, die Prozessarbeit einmalig individuell machende Dimension. Hierher geh\u00f6ren die Beachtung der \u201eZust\u00e4nde\u201c wie Problemzust\u00e4nde, aber auch Ausnahmezust\u00e4nde, die Klient*innen mitbringen und die Arbeit in guten Zust\u00e4nden, Bew\u00e4ltigungstrancen. Trancearbeit in Form der Selbsthypnose\/des Mentalen Trainings\/der Induktion\u00a0 k\u00f6nnen hier zur Intensivierung der Zielausrichtung, die durch f\u00f6rderliche Konversation und Interview entsteht, eingesetzt werden. Jede Arbeit, die ung\u00fcnstige Implikationen hat oder die Problemtrance vertieft, wird unterlassen. Erickson, der sagte: \u201cNichts reintun, sondern heben\u201d, wird hier lebendig.<\/p>\n<p><strong>3. Die Metaarbeit in der Draufsicht:<\/strong> Wenn alle 3 Dimensionen den systemischen Geist auch schon ber\u00fchren, ist diese 3. Dimension f\u00fcr mich darin besonders systemisch, da hier alle Fokus\u00e4nderungen ber\u00fccksichtigt werden: Der Fokus kann verkleinert oder vergr\u00f6\u00dfert werden. Er kann personal oder interaktiv mit mehreren Bezugspersonen oder mit dem Helfernetzwerk betrachtet werden. Der Fokus kann beinhalten, den Rahmen zu ver\u00e4ndern und anders zu konnotieren. Man kann mit dem Klienten aus unterschiedlicher Perspektive auf die Stunde, ihren Prozess und auf das schauen, was der Klient daraus mitnehmen will. Man kann auf das System, dem man als Klient zugeh\u00f6rt oder auf das System, was durch die Problematik entsteht, schauen. Man kann das Problem\/das Thema als Ist- oder Wunsch-Situation schon als System auf den Tisch legen und daraus Ableitungen sehen und entwickeln. Man kann auf das zuk\u00fcnftige System, das sich ergeben wird, schauen und schon in die Vorstellung hineingehen, wie es sein wird. Man kann auch auf das Therapiesystem schauen. Hierhin geh\u00f6rt also die Arbeit mit einer Wahrnehmungsorganisation der Dissoziation und Assoziation, der Externalisierung und Internalisierung, die Arbeit mit Bewusstseinszust\u00e4nden, der Sprachwirkung, der\u00a0Netzwirkung, die Arbeit mit dem Aufmerksamkeitsfokus und der von Ressourcenerleben. Das wird nat\u00fcrlich auch schon in den anderen Dimensionen praktiziert und hier pointiert beachtet.<\/p>\n<p><strong><u>Die 3 Dimensionen- Ihre Fundierung und ihre starke Wirkung<\/u><\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle 3 Dimensionen beinhalten durchaus also auch gleiche Interventionen, bilden aber verst\u00e4rkt ihre Schwerpunkte aus, die besonders durch sie verdeutlicht werden k\u00f6nnen. Zum mitlaufenden Rahmen eines Ver\u00e4nderungsprozess geh\u00f6ren also alle 3 Dimensionen mit ihren Schwerpunktst\u00e4rken. Wenn der Prozess hakt, dann w\u00e4re zu fragen, welche Dimension wieder mehr einzubeziehen ist. Die Arbeitsdimensionen stehen nicht hintereinander oder nebeneinander, sondern jede Arbeit im 2. und 3.\u00a0 Arbeitsbereich wird immer in den 1. der Prozessausrichtung einbezogen, um die Ausrichtung zu unterst\u00fctzen, vergleichbar einem Zopf.<\/strong><\/p>\n<p>Es geh\u00f6rt aber auch dazu, all das zu unterlassen was eine solche suggestiv n\u00fctzliche Hilfe beeintr\u00e4chtigt wie z.B. das \u00fcbliche assoziative Problemtrance-Spiegeln, unn\u00f6tiges Kommentieren, Gespr\u00e4chsweisen, die nur dem Therapeuten dienen, aber den Klienten in seiner Ausrichtungs-Zentrierung ablenken bzw. in der Problemzentrierung halten usw. Wenn wir nach der Vorstellung von Selbstorganisation arbeiten, dann ist \u201cVerstehen der vorgebrachten Geschichten\u201d nicht mehr das Hauptinstrument der Ver\u00e4nderungsarbeit, sondern das Ansto\u00dfen der inneren Selbstorganisation des Klienten, das Bef\u00e4higen zum Einordnen und Vorstellen des Gew\u00fcnschten, die Herstellung von Selbstwirksamkeit. Das Einbringen des Therapeuten kann sogar den Klienten von sich selbst wegbringen, was zu vermeiden ist. Von Beginn an wird der Klient\/Patient als f\u00e4hig f\u00fcr M\u00f6glichkeiten behandelt, auch wenn er selbst noch nicht wei\u00df, wie er mit seiner Situation umgehen kann und will. Er wird\u00a0 in seiner schwierigen Lage respektiert und gleichzeitig wird implizit verdeutlicht, dass er Wege des Umgehens im Prozess finden kann und wird. Die Auftragskl\u00e4rung, also das, was den Patienten \u00fcberhaupt in den Kontakt mit dem Ver\u00e4nderungskontext bringt, ist ein wichtiger Ankn\u00fcpfungspunkt. Der Ver\u00e4nderungskontext und seine Rahmenbedingungen sind auch genau in der Auftragslage zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Das Vorgehen flie\u00dft in alle AML Seminare ein. Es wird besonders gelehrt in der Reihe: \u201cRessourcenerzeugende Ver\u00e4nderungsarbeit\u201d. Es gilt modifiziert f\u00fcr alle Kontexte: also Psychotherapie, Beratung, Coaching. Es flie\u00dft in jede Arbeit hier in den AML Instituten mit ein.<\/p>\n<p><strong><u>Das Bonner Ressourcen Modell als Modell der eigenen Supervision, Reflexion und Vorbereitung.<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Wenn der Prozess im Coaching oder in der Psychotherapie stockt, ist es hilfreich aus den 3 Dimensionen Impulse zur weiteren Rahmung des Prozesses erhalten. Das Bonner Ressourcen Modell dient dazu, zu reflektieren \u201eWas wir machen, wenn wir Therapie machen\u201c?<\/p>\n<p>Z.B. aus der Prozessdimension:<\/p>\n<ul>\n<li>Wie ist die Ausrichtung in den Prozess nach vorne veranlasst?<\/li>\n<li>Wo steht der Klient im Prozess?<\/li>\n<li>Was hat er schon ge\u00e4ndert bzw. entwickelt?<\/li>\n<li>Welche F\u00e4higkeiten hat er dazu, kann er dazu entwickeln?<\/li>\n<\/ul>\n<p>z.B. aus der Schleifendimension:<\/p>\n<ul>\n<li>Was ist die Besonderheit dieses Klienten?<\/li>\n<li>Was ist das Besondere in der Interaktion mit mir?<\/li>\n<li>Was sind seine Bilder, Metaphern?<\/li>\n<li>Wie ist seine Sprache und wie kann die erweitert werden? Wie hypnosuggestiv genutzt werden?<\/li>\n<li>Ist es sinnvoller dissoziiert oder assoziiert zu arbeiten im momentanen Prozess?<\/li>\n<li>In welchem Zustand h\u00e4lt sich der Klient auf? Wie erweitere ich den?<\/li>\n<li>In welchen Zust\u00e4nden h\u00e4lt sich die Therapie auf?<\/li>\n<\/ul>\n<p>z.B. in der Metadimension:<\/p>\n<ul>\n<li>Welche privaten, pers\u00f6nlichen, professionellen Systeme sind beteiligt an der Erzeugung der Ph\u00e4nomene?<\/li>\n<li>Wie das Beratungs-\/Behandlungssystem?<\/li>\n<li>Wie lasse ich den Klienten seine Situation veranschaulichen und selbst draufgucken?<\/li>\n<li>Was ist der (dargestellte) Ist-Bereich und in welchem gew\u00fcnschten (dargestellten) Zukunfts- Bereich m\u00f6chte der Klient kommen?<\/li>\n<li>Welche Zirkel, Muster bestehen, die die Ph\u00e4nomene erzeugen und wie werde sie hergestellt?<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a class=\"ninja_pages_read_more\"  href=\"https:\/\/www.institut-systeme.de\/html\/aml-institute\/bonner-ressourcenmodell\/\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":11,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-918","page","type-page","status-publish","hentry"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.institut-systeme.de\/html\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/918","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.institut-systeme.de\/html\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.institut-systeme.de\/html\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.institut-systeme.de\/html\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.institut-systeme.de\/html\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=918"}],"version-history":[{"count":39,"href":"https:\/\/www.institut-systeme.de\/html\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/918\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4104,"href":"https:\/\/www.institut-systeme.de\/html\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/918\/revisions\/4104"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.institut-systeme.de\/html\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/11"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.institut-systeme.de\/html\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}