Seminarbeschreibung

Anwendungsseminare der Bonner M.E.G. Regionalstelle

„Neue Wege für Paare in schwierigen Situationen“

-Systemisch – Lösungsorientiert - Ericks. Paartherapie -

                            03./04.11.2006         Anne M. Lang

Ziel  Ziel der Veranstaltung:

Eine Ericksonsche Ressourcenorientierte Haltung stellt in der Paartherapie einen besonderen Rahmen dar. Diese Haltung an sich zu erfahren ist für ein Paar eine Lernerfahrung, die sie den gemeinsamen Umgang übertragen können. Denn eines ist gewiss, in jeder Beziehung gibt es gute und schlechte Tagen und Konflikte sind zu bewältigen. Eine Beziehung kann immer fördern und lähmen; in ihr stoßen wir in elementarer Weise an die eigenen Grenzen unserer Person. Die Chancen bestehen darin zu lernen gerade die Unterschiede der Person des Partners  zur Erweiterung zu nutzen. Sie lernen in dem Seminar als PsychotherapeutIn dafür einen hypno-systemischen ressourcneorientierten Zugang zu nutzen.

Inhalt:

·   Ein wichtiges Paarthema - gleichwohl auch jedes Partners für sich selbst-  ist die Balancierung von Freiheit/ Eigenständigkeit und Nähe/ Gemeinsamkeit. An diesem Thema machen sich Vorerfahrungen in wichtigen Beziehungen fest. In einer Beziehung werden die bisherigen Strategien von Nähe und Distanzregulierung im Kontakt offenkundig.

· Viele Phänomene beinhalten Ambivalenzen, unterschiedliche eigene innere Bedürfnissse und natürlich unterschiedliche Partnerbedürfnisse. Aus diesen Unterschieden können Zirkel entstehen, die Problemsituationen aufrechterhalten.

·   Paare suchen in unterschiedlichen Phasen der Beziehung eine externe Einschätzung und Unterstützung ihrer Situation und Antworten, so z.B. zu Beginn in der Frage nach Verbindlichkeit, Planung von Kindern und Beruf, später mit den Fragen von „Nebeneinanderherleben“ und Gefühlsverlust, Umgang mit Herkunftsfamilien und der eigenen entstehenden, Trennung und Beziehung unter Patchwork- Verhältnissen. Dazu können Fragen in Doppelbelastungen kommen, zirkulären Auswirkung von Stresssituationen, Krankheit, Tod des Partners, Fragen zunehmenden Alters. Sie wünschen sich konkrete Kommunikationsmethoden, Konfliktvermittlung und Klärung ihrer gemeinsamen Dynamik. Paartherapie ist oft auch eine letzte Hoffnung bei Trennungsambivalenz.

 

Der Therapiestart benötigt die gute Ankopplung zu Beiden und den Blick für das gemeinsame Beziehungssystem. Was ist der Auftrag an die PaartherapeutIn? Ist es in Einzelarbeit schon schwer, dies zielorientiert zu klären, gilt das für  Paartherapie bei unterschiedlichen kontroversen Vorstellungen um so mehr. Ein Symptom oder ein Leiden ist aber noch lange kein Auftrag, und ein Auftrag ist noch lange kein Ziel, und beides wäre wichtig, um Richtung, Energie und Visionen zu bekommen und aus der Zukunft „den Arm gereicht“ zu bekommen. Wenn sich dann Interaktionsmuster und Problemthemen klären und Systemische Hypothesen helfen, flexiblere Anschauungen zu bekommen, kann es leichter sein, wieder neues Engagement zu finden. Das gilt jeweils für den Einzelnen und verwoben damit für das gemeinsame Beziehungssystem. Es hilft die Arbeit mit Symbolen da, wo Worte nicht zu finden sind bzw. komplexes analoges Denken besser eine Situation erfasst. Die Therapeutin hilft Anteile/ Seiten neu zu fokussieren, die nicht oder nur einseitig gesehen werden. Sie erweitert eine Situation um die Perspektivenvielfalt. Sie bietet implizite Trancearbeit oder explizite Paartrancen, z.B. nach einer Systemdarstellung an, um die inneren Eindrücke zu nutzen. Konkrete Interventionen helfen, das Zuhören zu erleichtern, Interaktionsmuster zu unterbrechen und zu verändern. Rituale helfen Abschied zu nehmen von Altem und eine  neue andere Realität bzw. neue gemeinsame Ziele zu festigen. Dies alles ist eingebunden in ein Klima der Wertschätzung für Entwicklung und Erfahrungslernen.

Entscheidet sich das Paar die Paartherapie zur Neuorientierung in der Beziehung zu nutzen, so haben beide wieder eine Brücke gefunden. Meist ist dieser Übergang jedoch schwer, Verletzungen, Misstrauen und Enttäuschungen, die Angst, das Neue zu schnell aufzugeben, Verlustgefühle, alte Konflikte, die in der Krise noch härter erscheinen, stehen dazwischen. Wie auch immer die Entwicklung weitergeht (Studien über Paartherapie allgemein gehen von 40% Trennungen nach Paartherapie aus), formulieren doch die meisten Partner in diesen Studien einen Gewinn für sich selbst aus der Paartherapie. 

Didak           Methodik: Demonstrationen v. Tools u. Paargesprächssequenzen, Fallbeispiele, Aufgreifen ihrer Fallbeispiele, Handout,

Anme           Anmeldung: Milton Erickson Institut M.E.G. Bonn, Venusbergweg 48, 53115 Bonn, Telefon: 0228-9493122, Fax: 0228-9493127, info@institut-systeme.de